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Levermann
Der Familienname ist ist ein sogenannter "Übername", d.h. die Bildung des Namens ist aus einer Eigenart, Charaktereigenschaft einer Person entstanden; im Gegensatz zu den aus Berufen entstandenen Familiennamen wie "Müller", oder denen aus Vaternamen, Wohnortnamen oder Herkunftsnamen gebildeten Familiennamen.

Levermann ist die niederdeutsche (plattdeutsche) Form von Liebermann mnd. Lef „lieb“ (umgangssprachlich: "Mei Läiver Mann")

Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass der Familienname an unterschiedlichen Stellen im gesamten Norddeutschen Raum entstanden ist. Hinweise darauf gibt die Levermann-Verbreitungskarte (siehe Quellen) und Nachrichten aus den Niederlanden.

Der Levermann Stammhof vor ca. 100 Jahren

Alle bisherigen Forschungsergebnisse über unsere Familie Levermann im Sauerland führen allerdings nach Beckum (Stadt Balve).

In einer von Hermann von Melschede, Stuhlherrn der Freigrafschaft Balve, aufgenommenen Urkunde verkaufte "Judica 1499 Hermann Levermann zu Beckum 3 Stück Land, eines vor der Hemmecke, das andere neben den Volbringer (Balve-Volkringhausen) Kirchwege in dem Gerdinghove und das dritte in der Nähe auf dem Mühlenwege gelegen, zusammen 1 Malt. Hafer groß, ,an den hiligen Maßschalk Sunte Antonius zu Esebern (Balve-Eisborn)".

Der Levermann Hof in Balve-Beckum um 1910 (Auf dem Foto sind mit ziemlicher Sicherheit Maria Levermann (ID-200), die zweite Ehefrau von Christian Levermann (ID-196) mit den Kindern Maria Margareta (ID-201), Anna Josefa (ID-203) und Theresia Hedwig (ID-204) zu sehen.

1631 wurde Thonniß Levermann (auch Lievermann geschrieben) in der Kopfschatzliste des Amtes Balve mit der höchsten Steuer im Dorf veranlagt, und zwar: für den Herrn 4 Reichstaler, die Frau 3 Körtling, den Knecht 1 Kopfstück, die Magd 1/2 Kopfstück, den Sohn 1 Kopfstück.

1759, im 7jährigen Krieg, war der Bauer Levermann in der Lage, dem Dorf ein Kapital zu leihen. Der Schuldschein wurde von den Besitzenden des Dorfes unterschrieben.
Der Hof war der Pfarrkirche zu Balve und dem Haus Wocklum zinspflichtig. Die Kirche bekam jährlich 3 Mütten Hafer, der Pfarrer 14 Spint Messhafer und der Küster 1 Brot. Das Haus Wocklum erhob jährlich den reinen Zehnten von ¾ Mütte Hafer und 2 Zehnthühner. Die Zehnthühner wurden laut notariellem Contrakt vom 07.07.1838 in eine ständige Geldrente von jährlich 5 Silbergroschen verwandelt. Von sämtlichen Ackerland wurde der Naturalfruchtzehnte erhoben, ferner der "blutige" Zehnte, bestehend im zehnten Ferkel und zehnten Lamm.

Ein Sohn des Hofes war Pfarrer zu Affeln. Die Kirchenchronik Affeln schreibt: "Joh. Wilh. Bernhard Levermann aus Beckum, Pf. Balve, seit 8. Mai 1734 - 21. Juni 1759 präsentiert 20. März d.J. von der Freifrau Sophia Theresia Philippine v. Hatzfeld. Er war ein frommer, biederer Mann, der aber durch die Misswirtschaft seines Vorgängers viele Missstände geerbt hatte. Die hieraus erfolgenden Verdrießlichkeiten bewogen ihn 1738 zu dem Plane, die Pfarrei niederzulegen, doch ließ er sich wieder zurückhalten und blieb bis zu seinem Tode, der am 21. Juni 1759 durch einen Blutsturz erfolgte."

Der Letzte seines Stammes auf Levermanns Hof war Christian Levermann, geb. 26.03.1857. Er starb an einem Herzschlag beim Absägen eines Baumes in seinem Wald am Horn. Er war eine markante Persönlichkeit, immer fleißig, frohgelaunt und ehrlich, beliebt bei reich und arm. Wer zur Mittagszeit sein Haus betrat, auch Bettler, wurde zu seinem Tisch geladen. Aus seiner Ehe mit Maria Schulte aus Endorf entsprossen 3 Töchter. Die Erbin des Hofes, Maria, heiratete Josef Lürbke vom Groten-Hof. Der Hofraum wurde durch den Bau der Provinzialstraße 1840 geteilt; die Straße führte nur wenige Meter am Wohnhaus vorbei. Die Fenster des 1. Stockwerks lagen in Höhe der Straßendecke.

Bei Kämpfen am 13. April 1945 wurde der Hof getroffen und brannte vollkommen ab. Ein neuer moderner Hof, so wie er heute noch ist, entstand gegenüber auf der anderen Straßenseite im ehemaligen Obsthof. Besitzer: Josef Lürbke-Levermann, Größe: 31 ha
Geschichte des Dekanats Arnsberg F.A.Höynck Pfarrei Eisborn; Pfarrei Affeln

 


Quelle: Prof. Dr. Kunze: dtv-Atlas Namenkunde, 5. Auflage 2004, S.63, 71
© Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1996

Quelle: Duden - Familiennamen - Herkunft und Bedeutung. 2. Auflage 2006,
© Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim 2002

 


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